Diese Tariqa wurde von Seyyid Muhammed Kadirî gegründet, der einer der Kalifen von Seyyid Abdulqadir Gilani und einer der Vorfahren von unserem Murschid Seyyid Muhammed war. Aus diesem Grund wird sie die „Muhammadiyya Tariqa“ genannt.

Obwohl die Muhammadiye-Dergah im Kern eine Qadiri-Dergah ist, ist sie mit dem Beitritt der Naqschibandiyya-, der Ebheriyye- und der Mawlawiyya-Tariqa – so wie die Bäche sich zu Flüssen verbinden – zu einem Meer geworden, das zu Allah führt. Diese Tariqa-i Aliyya ist mit den Feyz von Abdulqadir Gilani, Bahauddin Naqschband, Khalid al-Baghdadi Hamiduddin Kayseri, Somuncu Baba, Seyyid Burhaneddin und Maulana Rumi zu einem Weg der Vollkommenheit geworden.

Der Muhammadiyyah Weg ist ein Tor der Weisheit, das auf die Nachkommen des Propheten Mohammed – die Ehl-i Beyt – zurückgeht. Der Gesandte Allahs sprach „Mein Herr wird denjenigen, der meine Ahl al-Bayt liebt, nicht in der Hölle verbrennen.“ „Eine Person, die die Ehl-i Beyti liebt, wird im Sterben als Märtyrer sterben.“ (1)
Wer dem Muhammadiyah Weg sein Baiʿa gibt, gibt hiermit sein Baiʿa dem Abdulqadir Gilani und wer ihm sein Baiʿa gibt, gibt sein Baiʿa dem Propheten Mohammed Mustafa (s.a.w.) und Allah. Allah sagt: „Gewiß, diejenigen, die dir den Treueid leisten, leisten nur Allah den Treueid.“ (2) Wenn einer unserer Brüder den Namen einer Person von den Awliya erwähnt, haben diese davon Kenntnis, so wie der Prophet es weiß, wer ihm die Friedensgrüße sendet. Wenn jemand für unseren Propheten die Salawat rezitiert, so antwortet er: „Möge meine Fürsprache für dich sein, ach so und so (Name).“ (3) Solche Antworten werden denen gegeben, die die Awliya im Guten erwähnen. Von ihrem Wirken auf der Erde und im Jenseits hat man einen Nutzen.

Ein Bruder von uns, der sein Herz an den Muhammediye Weg bindet, erhält Nahrung von den Seelen der Awliya von den vier Sufi Wegen. Unsere Brüder und Schwestern, die dem Awliya Weg die Baiʿa geben, werden im Feuer nicht verbrennen und werden je nach ihrem Grad drei bis siebzig Personen eine Fürsprache einlegen und sie werden gemäß dem Hadith „Das Grab ist ein Garten des Paradieses für die Gläubigen.“ (4) weder den Schmerz des Todes verspüren noch die Peinigung im Grab erfahren. Wenn nun unsere Geschwister, die dem Weg der Awliya die Treue geschworen haben, zu einem Grab kommen, in dem jemand gepeinigt wird und drei mal die Sure Ihlas und einmal die Sure Fatiha rezitieren, wird die Peinigung des Toten, sofern dieser ein Gläubiger ist, aufgehoben. Zudem wird durch ihre Anwesenheit bei der Beerdigung den Sünden der Toten vergeben.

Der Grund für dieses Ereignis ist folgender: Wenn sich Flüsse mit Meerwasser vermischen, dann gelten diese nach ihrem Vermischen als Meerwasser. Unsere Geschwister, die der Tür der Awliya die Baiʿa geben, zählen als solche die den Weg Allahs gegangen sind. Zusammen mit den Leuten von Abdulqadir Gilani gehören sie zu der Gemeinde der Awliya. So wie die Gebete der Awliya angenommen werden, erreichen nach dem Vers „Du hast nicht geworfen, Gott hat geworfen.“ (5) die Bittgebete der Murids gemeinsam mit den Bittgebete der Awliya den Grad des Entgegenkommens. Die Awliya unterstützen spirituell. Es ist notwendig, von ihnen spirituelle Unterstützung zu erwarten. In schwierigen Zeiten hilft sie. Die Wunder der Propheten und die Wunder der Awliya sind wahr. Die Wunder der Propheten wurden an die Awliya vererbt. Für die Awliya gibt es kein nah und fern. Sie haben die Tayy-i Meqan. Wir beten zu Allah, dass er unser Ende gut machen, uns von dem wahren und geraden Weg nicht trennen möge. (Amin)

(1) siehe Tafsir al-Qurtubi 16/21 (Sura 23)
(2) Sure Feth, Vers 10
(3) Abu Dawud, Menasiq 96; Tirmidhi, Salat 357, Daawat, 100; Nesai, Sehw 46, 55
(4) Tirmidhi, Qiyameh 206
(5) Sure Anfal, Vers 17

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