Aufrichtigkeit ist der Anfang und die Essenz von allem

Meine werten Geschwister,
die Spuren des Islam und des Glaubens sind die Schritte, die auf dem Wege Allahs unternommen werden und es sind die Schwierigkeiten, die man auf Allahs Weg hat. Muslime sind aufrichtig und loyal. Der Glaube erfordert dies. Der Islam verlangt dies. Ein Muslim zu sein, bedeutet ein Menschen zu sein, der mit der Farbe Allahs bemalt worden ist.[vgl. Sure Baqara 138]. Die Nicht-Muslime, Christen hatten ihrem Glauben nach ihre Kinder in ein Becken getaucht und sie wieder rausgenommen. Sie hatten sie getauft, weil sie der Ansicht waren, dass sie als Sünder auf die Welt gekommen seien. Allah sprach zu den Muslimen: (Estâuzubillah) „Wenn es so ist, o Muslime, oh Gläubige, ihr seid mit der Farbe Allahs bemalt worden. Sagt: ,,Gibt es eine schönere Farbe als die Farbe Allahs? Gibt es einen schöneren als den, der mit dieser Farbe bemalt worden ist? Wir beten Allah an. Wir verrichten Ibadah für Allah. Wir sind Diener Allahs. Farbe von der Farbe Allahs zu haben, Süße durch den Geschmack des Glaubens zu erlangen, so ist es ein Gläubiger zu sein.

Die vielen schönen Bäume mit Früchten, blühen mit ihren farbigen Blüten, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Dann bringen sie süße Früchte hervor. Die mit der Farbe Allahs bemalten Muslime, entwickeln eine ewige Blüte. Ihre Blüten verblassen nicht und verlieren auch ihren angenehmen Duft nicht. Süße Früchte kommen aus ihnen heraus. Ihre Früchte sind ihre rechtschaffenen Taten und ihre Taten der Anbetung. Sie arbeiten für Allahs Wohlgefallen am Morgen und am Abend und wenden sich von allem außer Allah ab.

Auf diesem Weg haben wir zuerst Ernsthaftigkeit und Loyalität zu haben. Die Essenz von allem ist Loyalität, Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit.

Allah wertet die Überlegenheit nicht abhängig von viel und wenig. Überlegenheit gibt es bei Taqwa, der Glaubensstärke und der Nähe zu Allah und seinem Gesandten. Überlegenheit ist davon abhängig wie rein die Absichten sind.
Auf dem Weg des Islam setzen wir mit einer reinen Absicht einen Schritt nach dem anderen, so wie es die Ameise tut. Wir engagieren uns. Wir werden unsere Hände überall dorthin ausstrecken, was unsere Arme erreichen können – zu unseren eigenen Kindern, Einzelpersonen, unserer Familie, unserer Umgebung und allen islamischen Orten. Wir werden solange die Wahrheit sprechen, solange sich unsere Zunge bewegt, soviel wir an Kraft besitzen. Wir werden fortwährend auf dem Weg des Wahrhaftigen gehen. Dies ist unsere größte Ibadah, Pflicht und unser Dschihad.

Als Allah zu seinem Liebling, Frieden und Segen auf ihm, sprach, sagte er er: ,,O du Bedeckter! Erhebe dich und warne. Und verherrliche deinen Herrn.´´
(Sure Muddatir Verse 1-3)

Meine lieben Geschwister, wie soll nun der Name Allahs verherrlicht werden? Was sollen wir also tun? Was ist unsere Aufgabe? Unsere Zunge bewegt sich nicht, unsere Kraft reicht nicht aus, wir sind hilflos, unsere Tage vergehen im Kampf gegen kluge und verrrückte Leute. Als der große Architekt die Süleymaniye-Moschee fertiggestellt hatte, kam ein Kind und sagte: ,,Das Minarett ist schief.´´ Sofort rief Sinan der Architekt die Meister und Arbeiter und sagte zu ihnen: ,,Bindet die Seile und stellt das Minarett gerade.´´ Sie arbeiteten solange bis das Kind sagte: ,,Ja, jetzt steht es gerade.´´
Unsere Situation ähnelt ein wenig diesem Geschehen. Ein Verrückter wirft irgendeinen Stein in den Brunnen. Wenn du diesen Stein nun herausnimmst, ist es auf eine Art und wenn du du ihn nicht herausnimmst ist es auf tausend Arten.

Wir sind überrascht und können die Sache nicht ganz anpacken. Was die göttliche Weisheit dahinter ist weiß ich nicht, aber es sind solche aus der Gesellschaft, die Schwierigkeiten in ihrer Psyche und in ihren Herzen haben, die zu uns kommen.
Viele Menschen in unserer Gesellschaft behaupten, ein Derwisch zu sein. Sie sagen, dass sie Angehörige einer Tariqa sind. Sie meinen, dass sie wissen und das Wissen weitergeben. Aber jede Behauptung, benötigt einen Beweis. Konnten wir beweisen, dass wir gläubig sind? Konnten wir beweisen, dass wir Muslime sind?
Jetzt analsyieren und schreiben sie: ,,O mein Hodscha, sie haben hierüber zu wenig erzählt, darüber zu viel gesagt, dies und jenes so und so gemacht.´´ Liebe Brüder und Schwestern, wenn es so ist, dann macht ihr es besser, macht es genauer und wir unterstützen euch dabei, inschaallah. Er hat sich den Schaitan und sein Nafs als seine Wegweiser, seine Sheikhs gemacht. … Leider meinen heutzutage so viele Menschen ein Gelehrter, ein Sheikh zu sein. Bayazid Bistami sagte: ,,Wer keinen Sheikh hat, hat den Schaitan als seinen Sheikh (Wegweiser).´´ Was hier mit Schaitan gemeint ist, ist zuallererst der Nafs, also das Ego. Es kann aber auch sein, dass jemand, seinen eigenen Verstand als seinen Sheikh hat. Bei einem Volk, das seine Gelehrten, seine Abids und Murschids verloren hat, hält sich jeder für einen Sheikh oder hat jeder seinen eigenen Sheikh.
Hadith-Leugner und Andere! Es gibt eine rebellierende Horde, die auch uns des Öfteren angreift. Sie haben nicht die Absicht zu lernen, sondern ein Wort aus unserem Mund zu nehmen, das sie leicht leugnen können. Wenn das Herz versiegelt ist, passiert dies. Sie sagen: ,,O Hodscha, spreche über den Koran. Wir akzeptieren nichts anderes!´´ Diese Personen haben sich ihren Verstand als Wegweiser, als Sheikh, Murschid genommen. Da nimmt er sich das Buch in die Hand, liest etwas davon, versteht einen Teil davon und versteht einen Teil davon nicht. Und mit seinem eingeschränkten Verstand leugnet er dann. Das ist kein Talent. Das ist leider der Mut des Unwissenden. Wir sind alle Muslime. Wir alle sagen Alhamdulillah „Lailaheillallah Muhammadur Rasulullah“. Die Waage des Imans liegt auch nicht in unseren Händen. Denn, dass jeder sagt, er sei Muslim oder behauptet, einer Tariqa anzugehören, führt nicht dazu, dass jeder am selben Ort, am selben Punkt Recht hat.
In einem Vers sagt Allah zul Celâl:
Und wenn du die Ungläubigen fragst: „Wer hat die Himmel und die Erde erschaffen und euch die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?“ – dann werden sie gewiß sagen: „Allah.“ (Sure Ankabut Vers 61)
Die Nichtgläubigen sagen also auch ,,Allah´´. Es gibt niemanden, der nicht ,,Allah´´ sagt. Es gibt auch niemanden, der nicht ,,La ilahe illallah´´ sagt. Aber natürlich ist das Glauben und das ,,Allah´´-Sagen eines Gläubigen und das ,,Allah´´-Sagen eines Nichtgläubigen nicht dasselbe.
Ein Wort, das nur von der Zunge kommt und ein Wort, das auch aus dem Herzen kommt, sind niemals das Gleiche.
Wir müssen unseren nachahmenden Glauben (Taklidi Iman) zum bewussten Glauben (Tahkiki Iman) umwandeln.
In einer Erzählung leidet Dhun-Nun al Misri wegen den Worten seines Volkes.
Die Leute sagen, dass er verrückt geworden sei und bringen ihn in ein Irrenhaus. Dhun-Nuns Freunde sagen: „Dhun-Nun hatte es schwer mit der Gesellschaft. Um sie loszuwerden, hat er sich als verrückt geworden dargestellt und sich in ein Irrenhaus einsperren lassen.´´ Sie kommen Dhun-Nun besuchen. Dort wirft er Steine, Erde und was immer er findet auf sie. Davonlaufend sagen rufen sie: „Was machst du, Dhun-Nun? Wir sind deine Freunde, deine Kumpel?!?´´
Und Dhun-Nun spricht: „Wenn ihr meine Freunde sind, wo ist dann der Beweis für eure Freundschaft?“

Jetzt sagt jeder ,,Allah´´. ,,Allah´´ sagt der Leugner, der Missetäter und der Muflis. Der Muslim und der Mümin sagen auch ,,Allah´´.

Diejenigen, die sich mit Loyalität und Aufrichtigkeit von ganzem Herzen Allah ergeben, haben auch Wohlgefallen an dem, was von Allah kommt. Damit unterscheiden sie sich von den Leuten der Unachtseimkeit.

07.06.2017 Bielefeld

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