1. Ausspruch „Die höchste Liebe (Ashq) ist die Heilung aller Krankheiten“

Krankheiten sind zweier Art. Es gibt sowohl körperliche als auch seelische Krankheiten. Die höchste Liebe Ashq führt zur Genesung aller Krankheiten und ist ein Heilmittel des Allerbarmers Ar-Rahman. Körperliche Krankheiten sind im Allgemeinen die Folge von zu vielem Essen. Jemand, der Ashq spürt, isst und trinkt kaum und befindet sich infolge in einer Art Kur. Auf diese Weise erholt sich der Körper und wird von Krankheiten befreit. Es heißt:

„Zu viel Essen ist der Ursprung von Krankheiten. Wenig Essen jedoch, ist wie eine Schonkur und der Beginn der Genesung“

Der Körper des Liebenden findet mit Ashq zum Leben und ist damit wohlbehalten. Wenn die berühmte Zuleikha krank wurde, fand sie schließlich zur Genesung, sobald sie das Gesicht ihres Geliebten Yusuf sah und selbst wenn sie Gram und Sorge überkamen, wurde sie wieder froh und glücklich sobald sie ihn zu sehen bekam. Befand sich ihr Körper in einem geschwächten Zustand, kräftigte sich dieser wieder.

Der Ursprung der seelischen Krankheiten sind schlechte Moral und sittenloses Verhalten. Auch bei solchen Krankheiten ist Ashq ein Heilmittel. In einem Hadith (Überlieferung) heißt es: „Die Liebe zum Diesseits ist der Beginn aller Fehler. Die Liebe, die du gegenüber etwas spürst, macht dich blind und taub.“ Der Grund aller geistigen Krankheiten ist die Liebe zum Diesseits. Man fragte unseren geliebten Propheten, was das Diesseits sei. Und er antwortete: „Das sind die Dinge, die dich von deinem Schöpfer trennen.“

Als Allah, Der Erhabene den verehrten Propheten Musa (bzw. Moses, Friede sei mit ihm) zu Seiner Anwesenheit einlud, verkündete Er: „Gewiss, Ich bin dein Herr, so ziehe deine Schuhe aus. Du befindest dich im geheiligten Tal Ṭuwā.“ (Sure 20, Vers 12) Das heißt, „Oh Musa, verlasse die Trauer und Sorge, die deiner Familie wegen spürst, befreie dich von der Liebe des Dies- und Jenseits.“

Unser geliebter Prophet verkündet: „Das Diesseits ist der Gemeinde des Jenseits und das Jenseits ist der Gemeinde des Diesseits verwehrt. Den Awliyas (gesegnete Gottesfreunde) hingegen, ist sowohl das Diesseits, als auch das Jenseits verwehrt.“ [Anmerkung d. Übersetzerin: „verwehrt“ in dem Sinne, dass Awliya weder für das Dies- noch für das Jenseits etwas begehren oder sich wünschen]

Bei jemandem, der Ashq fühlt, ist solch eine Liebe [solch ein Begehren] nicht zu finden. In dem Herz des Ashq-Fühlenden findet keine andere Liebe seinen Platz, als die für den einzig Geliebten.

In einem Hadith (Überlieferung) heißt es wie folgt: „Iman (der bezeugende Glaube) und Hochmut können nicht gemeinsam in einem Herz beherbergt werden.“ Jene Ashq-Fühlenden, die sich mit der höchsten Liebe gegenüber dem Wegweisenden und Rechtleitenden von der Liebe zum Weltlichen entrinnen können, erreichen auf diese Weise das Heil seelischer Krankheiten.

Übersetzt aus dem Buch von Sheikh Sayyid Muhammed „Tasavvufta Aşkın Miracı“.

120. Ausspruch „Awliya (gesegnete Gottesfreunde) sind wie die Sterne“

sterne-20111Unser geliebter Prophet (Friede und Segen seien mit ihm) verkündete: „Meine Gefährten sind wie die Sterne. Welchem ihr auch immer folgt, erlangt ihr die Rechtleitung“. Awliya sind das Licht und die Erleuchtung des rechten Weges (Sirat al-Mustaqiim). Sie sind die Sterne, welche die Teufel mit Steinwürfen vertreiben und sie vor Einmischungen auf dem Sirat al-Mustaqiim zurückhalten.

In vielen Quranversen wird über die die Art und die Natur der Awliya berichtet. Allah gebietet:  „Oh Muhammed, sprich zu den Menschen, die meinen, du seiest auch nur ein Mensch wie sie es sind und sage ihnen: Ja, so ist es. Ich bin ein Mensch, ich bin eurer Art. Jedoch empfange ich Offenbarungen. Ich wurde gesandt, um euch mit dem Licht der Offenbarung auf den rechten Weg zu verhelfen. Euer Gott ist ein Einziger und hat keinen Teilhaber. So seid standhaft in eurem Glauben. Reinigt euch von schlechten Angewohnheiten und Eigenschaften. Verflucht seien die Götzenanbeter, denn ihre (ignorante) Unwissenheit hat die Grenzen überschritten“ (Sure 41, Vers 6)

Awliya sind zwar auch Menschen, jedoch hat sie die Rechtleitung durch das Licht der Offenbarung erleuchtet und sie von menschlichen Eigenschaften gereinigt. Ihr Verhältnis zur Menschheit besteht nur zum Nutzen und zum Vorteil für die Menschheit selbst. Awliya sind wie die Sterne. Ihr Licht ist im Vergleich zur Sonne etwas dunkler und im Vergleich zur Menschheit etwas heller. Ihr Licht ist schwach, damit die Menschen sie anschauen und ihren Weg finden können. Würden die Awliya sich im Maße ihrer Wirklichkeit zeigen, könnten die Menschen dieses, so als ob sie direkt zur Sonne blickten, nicht aushalten und ihnen deshalb auch nicht folgen. Die Awliya sind teilhabend an der Menschheit, um ein Mittel für die Rechtleitung der Menschen zu sein. Schließlich macht die Schwäche der Menschen es unmöglich, ohne einen Übermittler die Wahrheit zu erkennen, zu verstehen und zu verinnerlichen.

Übersetzt aus dem Buch von Sheikh Sayyid Muhammed „Tasavvufta Aşkın Miracı“.

168. Ausspruch “Der wahre Liebende und Geliebte ist Allah”

Diejenigen, die sich in das Sichtbare der Welt und in Gefühle verlieben, sollten wissen, dass das Sehen vom Licht, also von der Sonne abhängt.

Du siehst eine Wand mit schönen Malereien und Verzierungen, die du bewunderst. Doch siehst und beachtest du nicht die Sonne, durch jene du erst solche Schönheiten zu sehen bekommst, sondern gibst einer Wand Acht, die aus einfachen Ziegelsteinen erbaut wurde. Du siehst nur die Abbildung, aber weißt du denn, dass diese Abbildung erst mittels der Sonne sichtbar ist? Wem gebührt es dann am Höchsten geliebt, geachtet und gewürdigt zu werden? Selbstverständlich dem alles Existenz Erschaffenden, dem am Leben Erhaltenden, dem wahren Liebenden und wahren Geliebten,  Erhabenen Allah.

Die Frage ist hier nun, ob die höchste Liebe erst gewonnen werden muss oder ob sie gottgegeben ist. Die höchste Liebe ist von Allah gegeben. Wenn Allah also sein Geschöpf liebt, ist es unvermeidlich, dass es seinen Schöpfer ebenfalls liebt. Solange Allah sein Geschöpf nicht liebt, kann der Mensch seinen Schöpfer ebenfalls nicht lieben. Nur Treue, Ergebenheit und Reinheit sind die Ursache für die höchste und sich hingebende Liebe (Ashq) zwischen Allah und seinem Geschöpf.

 Übersetzt aus dem Buch von Sheikh Sayyid Muhammed „Tasavvufta Aşkın Miracı“.

237. Ausspruch „Die Feindschaft eines Weisen ist wertvoller als die Loyalität eines Unwissenden“

Der Prophet Muhammed sagte: „Die Feindschaft eines Weisen ist besser als die Loyalität eines Unwissenden.“

Wenn Awliya (heilige Gottesfreunde), also weise Menschen, Feindschaft schließen, ergibt sich daraus Gutes und birgt eine Weisheit in sich. Denn ihre Feindschaft ist nur dazu da, damit ihrem Gegenüber etwas Gutes zustößt. Die Zuneigung unwissender Menschen jedoch ist nur äußerlich und in Wahrheit Schaden und Feindschaft.

Awliya schließen niemandem gegenüber persönliche Feindschaft. Ihre Feindschaft gegenüber einem Menschen ist zu dessen Gunsten und Vorteil. Sie ist dazu da, um schlechte Eigenschaften und schlechtes Verhalten zu beseitigen und für die Rechtfindung und Rechtleitung der betroffenen Person. Die Zuneigung und Loyalität unwissender Menschen jedoch führt zur Versuchung und zum Verderben des Betroffenen. Anstatt das Rechte aufzuzeigen, stärken sie ihr Gegenüber bei falschen und sündhaften Taten.

Eine Geschichte:

Während ein Mann auf seinem Pferd durch die Gegend zieht, sieht er wie einer schlafenden Person eine Schlange in den Mund kriecht. Trotz dass er sich bemüht, kann er das Geschehnis nicht verhindern. Also weckt er die schlafende Person auf, bindet sie an sein Pferd und lässt sie umher rennen. Anschließend zwingt der Pferdebesitzer sie all die verfaulten Äpfel, die er unter einem Apfelbaum findet, zu essen und nötigt die Person wieder dazu zu laufen. Das ganze Geschehnis empfindet die Person aus ihrer Sicht als reine Grausamkeit und unbegründete Qual.

Schließlich, nach einer Zeit, beginnt die Person zu brechen. Sie sieht, dass eine Schlange in ihrem Magen war und begreift, dass all die Qual und Bitterkeit, die sie wegen des Mannes durchlebte zu ihren Gunsten war.  Nun empfindet sie ihm gegenüber Schuldgefühle, aber auch Dankbarkeit und fragt, warum er auf solch eine Weise gehandelt habe. Der Pferdebesitzer erklärt: „Hätte ich dir gleich gesagt, dass du eine Schlange verschluckt hast, wärst du vor lauter Angst nicht mehr in der Lage gewesen auch nur einen Schritt zu laufen und all die faulen Äpfel zu essen, um die Schlange wieder herauszubefördern.“

Übersetzt aus dem Buch von Sheikh Sayyid Muhammed „Tasavvufta Aşkın Miracı“.

336. Ausspruch “Das Wort eines Awliya ist der Wegweiser zu Allah”

Allah verkündet im Koran: „Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft.“(Sure 2, Vers 186)

Der Erhabene ist seinen Geschöpfen näher als ihre Halsschlagader, ihr Verstand und ihr Herz. Jedoch kann nicht jeder die Wirklichkeit über Seine Nähe begreifen. Die Wahrheit über die Nähe Allahs haben Propheten und Awliya (gesegnete Gottesfreunde) erreicht.

„Allah spricht über die Zunge Seines Geschöpfs.“ heißt es in einer Überlieferung. Allah spricht über die Zunge eines Propheten oder eines Awliyas. Deshalb ist deren Wort ein Wegweiser zu Allah. Durch die Nähe von Propheten oder Awliya, weiß der Mensch über die Nähe des Schöpfers zu sich selbst. Auch das Geheimnis über den Koranvers „Und Er ist mit euch“ (Sure 57, Vers 4) begreift der Mensch auf diese Weise.

Übersetzt aus dem Buch von Sheikh Sayyid Muhammed „Tasavvufta Aşkın Miracı“.

Aufrichtiger Glaube (Sahih Iman)

Unser größtes Anliegen ist unseren Iman (bezeugender Glaube) zu schützen. Wenn ein Geschöpf Gottes seinen Iman schützt und in diesem Zustand stirbt, ist es errettet. Ist er sündig wird ihm vergeben oder er wird nach Maß seiner Sünden in der Hölle weilen, aber danach wieder errettet werden. Ist er ein rechtschaffener Mensch, geht er direkt in das Paradies ein. Allah offenbart „Was nun jemanden angeht, dessen Waagschalen schwer sind, so wird er in einem zufriedenen Leben sein. Was aber jemanden angeht, dessen Waagschalen leicht sind, dessen Endziel wird ein Abgrund sein. Und was läßt dich wissen, was das ist? Ein sehr heißes Feuer.“ (Sure 101, Vers 6-11)

Für eine gute Tat eines Mu’min (Überzeugter, der sich seinem Schöpfer aus Liebe hingibt) werden zehn Hasanat (Verdienst) in seinem Tatenbuch vermerkt. Für eine sündige Tat hingegen wird nur eine Sünde vermerkt. Allah verheißt „Wer mit (etwas) Gutem kommt, erhält zehnmal soviel. Und Wer mit einer bösen Tat kommt, dem wird nur gleichviel vergolten, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt.“ (Sure 6, Vers 160)

An unserer Rechten ist ein Engel, der die guten Taten und an unserer Linken ist ein Engel, der die Sünden niederschreibt. So offenbart Allah im Quran „Über euch sind wahrlich Hüter (eingesetzt), edle, die (alles) aufschreiben und die wissen, was ihr tut.“ (Sure 82, Vers 10-12)

Aspekte, die unseren Iman formen, sind auf folgenden Grundlagen fundiert:

Amantu billah“ Allah existiert, Allah ist eins und hat keinen Teilhaber. Er ist unabhängig von Raum und Zeit. Allah, der Erhabene sieht und hört alles und ist der Besitzer von Kraft und Macht. Er ist der Besitzer von allem. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden. Ihm gehören die schönsten Namen (Asma’ul Husna). Etliche Namen hat Er. Seine Namen werden im Quran erklärt. Jeder Name hat eine andere Bedeutung.

Wa Malaikatihi“ Allah hat Engel. Engel essen und trinken nicht und unter ihnen gibt es auch kein männlich/weiblich. Ihre Zahl kennt allein Allah. Ein Teil von ihnen ist für  Angelegenheiten der Geschöpfe beauftragt.

Neben diesen existieren auch Jinns und Shaitane. Jinns und Shaitane sind einander nah. Unter den Jinns gibt auch Gläubige. Schließlich haben sie damals den Ruf des Propheten Muhammed (sas) gehört (Anm. der Übersetzerin: das Geschehnis fand im Masjid al-Jinn in Mekka statt). Einige von ihnen haben den Islam daraufhin angenommen. Die Anzahl der Shaitane kennt einzig Allah. Unter ihnen gibt es unterschiedliche Arten. Hiermit glauben wir an die Existenz von Engeln, Jinns und Shaitane.

Wa Kutubihî“ Wir glauben auch an die Gottesbücher und -schriften. Die Propheten empfangen vier Bücher. Insgesamt 100 Suhuf (Schriften/Seiten) empfangen einige andere Propheten Stück für Stück. Den Zabur (Psalmen) empfang der Prophet Davud (as), die Thora der Prophet Musa (as), die Bibel der Prophet Isa (as) und den Quran empfang der Prophet Muhammed (sas). Alle vier Bücher und die 100 Suhuf haben sich im Quran vereint. Wer an den Quran glaubt, gehört zu Ahlu Iman (Gefolgsleute des bezeugenden Glaubens). Wer nicht an den Quran glaubt, gehört zu Ahlu Kuffar (Gefolgsleute der Nicht-Gläubigen). Die Gültigkeit von Thora, Psalmen (Zabur), Bibel und der 100 Suhuf ist aufgehoben. Alle Bücher und Suhuf, die von Allah gesandt wurden, sind im Quran vereint. An all dies glauben wir.

Wa Rasulihi“ Wir glauben an die Propheten. Ein Mu’min glaubt daran, dass alle Propheten von Gott gesandt worden sind. Wenn ein Muslim auf eine unangebrachte Weise trotzt und sagt „Ihr glaubt nicht an den Propheten Muhammed, also akzeptiere ich den Propheten Jesus nicht“, dann fällt er vom Glauben ab.

Wa’l Yawmi’l-ahiri“ Wir glauben an den Tag des Jenseits, also daran, dass man nach dem Tod wieder aufersteht, dass es den Tag des Jüngsten Gerichts geben wird und dass Menschen für ihre Taten Rechenschaft ablegen müssen.

Wa bi’l-Kadari Khayrihi wa Sharrihi Minallah-u Ta’ala“ Wir glauben an das Schicksal und daran, dass Gutes und auch Schlechtes von Allah kommt, aber auch daran, dass die Menschen im Rahmen ihres Schicksals einen freien Willen besitzen. Das Geschöpf sollte seinen freien Willen nicht für etwas Schlechtes einsetzen. Denn Allah hat den freien Willen erschaffen, damit die Menschen ihn für Gutes und Dienliches einsetzen können und ihn nicht für schlechte Zwecke missbrauchen. Somit sind die Menschen sowohl für ihre Wohltaten als auch für ihre Sünden selbst verantwortlich.

Wa’l-Ba’su Ba’dal-Mawti Hakkun“ Wir glauben daran, nach dem Tod wieder aufzuerstehen und vor dem Jüngsten Gericht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die Ahlu Iman (Gefolgsleute des bezeugenden Glaubens) werden in das Paradies und die Ahlu Kuffar (Gefolgsleute der Nicht-Gläubigen) in die Hölle eintreten.

 

 

Dua – das Bittgebet

Dua ist das anflehende Eingeständnis gegenüber Allah, hilflos zu sein.  Allah gebietet „Sag (Mein Gesandter): Mein Herr kümmerte Sich nicht um euch, wenn nicht euer Bittgebet (zu Ihm) wäre.“ (Sure 25, Vers 77)

Es ist ein Zeichen Allah nahe zu sein, wenn man Ihn oft anfleht. Schließlich sind die Propheten diejenigen, die am meisten zu Allah gebetet haben. Dua ist für den Mu’min (Überzeugter, der sich seinem Schöpfer aus Liebe hingibt) Macht und Kraft und ist seine Tür zu Errettung. Ein Mu’min sollte mit seinem Herzen, seiner Zunge und seinen Taten Dua machen. Allah verheißt „Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören.“ (Sure 40, Vers 60)

Bittgebete werden angenommen. Allah offenbart „Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft. So sollen sie nun auf Mich hören und an Mich glauben, auf daß sie besonnen handeln mögen.“ (Sure 2, Vers 186)

Awliya machen viel Dua. Diese Dua vermischen sich mit denen aller Awliya und den von Abdulqadir Gilani und erhöhen sich zu Allah. Die Dua eines Awliya wird angenommen. Hierzu gibt es dieses passende Beispiel:

Der verehrte Maruf-u Kerhi spricht für den verehrten Sirr-i Sakatî eine wohltätige Dua, weil er einem Waisen etwas Gutes tat. Eines Tages beginnt es in der Einkaufsstraße, in der sich auch der Laden des verehrten Sirr-i Sakatî befindet, zu brennen. Außer seinem Laden brennen alle anderen Läden ab. Von dem Brand ist sein Laden zu Ehren der Dua des Maruf-u Kerhi nicht betroffen.

Zu Allah Bittgebete zu sprechen ist eine Aufgabe Seiner Geschöpfe. Ganz gleich ob unsere Dua sofort erfüllt oder bis zu einer gewissen Zeit aufgeschoben werden oder gar für uns zum Guten nicht angenommen werden, unsere Aufgabe ist es zu Allah unsere Bittgebete zu sprechen.

Allah liebt nicht die Ansprache, die ihn nicht anfleht. Wie sündig ein Mensch auch sein mag – sobald er Allah anfleht, wird Er ihn lieben und ihm den rechten Weg weisen. Allah verheißt „Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden.“ (Sure 29, Vers 69)