Das Sprechen der Bay’at

Die Person, die sich dem Weg der Ahlullah (Gefolgsleute Allahs) anschließen möchte, ist der Eintritt in die Qadiriyya Tariqa, die ein Weg der Ahlu Bayt (Nachkommen des Propheten Muhammed) ist, wie folgt:  die eintrittswillige Person bittet um Erlaubnis, um in die Gegenwart des Sheikhs Sayyid Muhammed Efendi oder seines Wakil (Vertreter/in) treten zu dürfen und spricht „Destur ya Sheikhim – Ich bitte um Erlaubnis mein verehrter Sheikh“. Wenn die Erlaubnis gegeben wurde, tritt sie in einem rituell reinen Zustand (mit der rituellen Waschung Wudhu) in hinein und hält die Hände des Sheikhs oder des Wakils. Wenn die eintrittswillige Person weiblich ist, hält sie nicht die Hände, sondern hält mit Zurückhaltung an dem Saum des Gewands ihres Gegenübers und rezitiert gemeinsam folgendes:

Astaghfirullah, Astaghfirullah, Astaghfirullah, al-Adhîm, al-Karîm, ellazî lâilahe illâ hû, al-Hayya’l-Kayyûma wa natûbu ileyk, tawbata abdin zâlimin li-nafsihi lâ yamliku li nefsihî mawtan wa lâ hayâten wa la nushûrâ.

Wa’lem ennehû Lâilâhe illallâh, “Lâilahe illallâh (11 mal)”

Bismillâhirrahmânirrahim “Yâ eyyuhellezîne âmenû tûbû ilâllâhi tawbaten nasûhâ” sadakallâhu’l-adhîm. Kullun âmentu billâhi wa melâiketihî wa kutubihî wa rusulihî wa’lyawmi’l-âhiri wa bi’l-kadari hayrihî wa sharrihî minallâhi

teâlâa wa’l-ba’su ba’de’l-mawti hakkun, Ashadu an lâ ilâhe illallâh wa ashadu anna Muhammedun Abduhû wa Rasûluh.

Shahidallâhu annahû lâilahe illâ Hû wa’l-melâiketu wa ulu’l-ilmi kâime’ m-bi’l-kisd. Lâilahe illâ Hûwa’l-azîzu’l hakîm.

Innad-dîne indallâhi’l Islâm.

 

Diesen Weg, der mit Allahs Befehl und Ermessen vom Propheten Muhammed (sas) in die Herzen der Awliya übertragen wurde und sich bei dem Sultan aller Awliya Sayyid Abdulqadir Gilani zu einem Fluss werdend zusammen fand und dem Murshid Sheikh Sayyid Muhammed Efendi übertragen wurde, präge ich Dir meine Schwester, mein Bruder mit deren Hilfe und Erlaubnis ein.

Möge dieser Weg für Dich zum Guten und voll von Segen sein. Möge die spirituelle Hilfe (Himmat) der Awliya über uns unzählig sein. Halte Dich von Sünden fern und richte Dich an die Gebote Allahs. Hüte das Anvertrauen dieses heiligen Weges, das Du über uns an Dich genommen hast und erfreue Dich an der spirituellen Kraft (Fayz), die denen zuteil kommt, die diesen Weg beschreiten. Suche vor den Wünschen des Shaitans und des Nafs (niederes Ego und Triebseele) Zuflucht bei Allah. Wenn Du Dein Versprechen gibst, dann bleib diesem auch treu, so dass Awliya Dich wertschätzen.

 

Bismillahirrahmanirrahim. “Innallazîne yubâyiûneke innamâ yubâyiûnallah, yadullâhi fawka eydîhim. Famen nekase fa innemâ yenkusu alâ nafsih wa man awfâ bimâ âhede aleyhullâhi feseyu’tîhi edjran azîma.

Innallâhe wa melâikatehû yusâllûne alennabiy, yâ eyyuhallezîna âmenû sallû aleyhi wa sallimû teslîmâ.

As-salâtu wa’s-salâmu alayke yâ rasûlallâh, as-salâtu wa’s-salâmu alayke yâ habîballah, as-salâtu wa’s-salâmu alayke yâ sayyida’l-ewwalîne wa’l-âhirîn, wa salâmun ala’lmurselîn wa’l-hamdu lillâhi rabbi’l-âlemîn, al-Fâtiha (Sure Al-Fatiha rezitieren).

 

Anschließend küsst man mit Anstand die Hand des ehrwürdigen Sheikhs bzw. Wakils (und verabschiedet sich). Bei nächster Gelegenheit nimmt man die rituelle Ganzkörperwaschung (Ghusl) vor und betet anschließend zwei Raka’a mit der Absicht das rituelle Gebet der Reue und Vergebung (Salat al-Istighfar /Salat at-Tawba) zu verrichten. In jedem Raka’a rezitiert man nach der Sure Al-Fatiha eine weitere Sure, die man kennt. Im Anschluss des rituellen Gebets spricht man das Sayyid al-Istighfar Dua und bittet um die Vergebung seiner Sünden. Kennt man dieses Bittgebet nicht, dann bereut man seine Fehler und Sünden und bittet in seiner Dua aufrichtig um Vergebung. Wenn man in der Vergangenheit das Recht anderer Menschen verletzt haben sollte, bittet man die Betroffenen um Vergebung bzw. versucht eine Wiedergutmachung. Ist man mit jemandem zerstritten, so versöhnt man sich wieder. Man ist bestrebt seine Absichten, Worte und Taten zu verbessern und wendet sich Gott zu. Man erfüllt die Pflichtgebote (Fardh) und beachtet die Sunna. Als erstes lädt man sich selbst und erst dann sein Umfeld dazu ein, das Gute zu gebieten und sich vor Schlechtem zu hüten. Auf diese Weise beginnt man wahrzunehmen, welch besonderen Vorzug und Genuss es hat, den Awliya nahe zu sein.

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