Dhikr

Dhikr heißt wörtlich übersetzt „gedenken, sich erinnern“. In der sufistischen Literatur bedeutet Dhikr, sich mit Worten, im Verhalten und in Gedanken stets an den Schöpfer zu erinnern und Ihn zu gedenken und Seine Allgegenwärtigkeit zu jeder Zeit an jedem Ort ins Gedächtnis zu rufen.

In der Qadiriyya Tariqa wird das Dhikr offenkundig vollzogen. Wenn der Qadiriyya Sufi alleine ist, wird er nur so laut, dass er sich selbst hören kann. Sobald drei Sufis der Qadiriyya Tariqa zusammen kommen, verrichten sie das Dhikr in einem Kreis (Halaqa). Das Tawhid ‚Lailaheillallah’ und Lafza-i Jalal ‚Allah’ bilden den Grundstein des Qadiriyya Dhikrs.  

Awliya sind diejenigen, die sich auf dem Wege des Qurans und der Sunna bewegen und Gott sehr viel lobpreisen. Welch liebliche Personen sind diejenigen, die das Dhikr vollziehen! Allah verkündet: „Kein Wort äußert der Mensch, ohne dass neben ihm ein Engel wäre, der stets bereit ist, zu beobachten und aufzuzeichnen.“ (Sure 50, Vers 18)

Jede einzelne, ausgesprochene Lobpreisung wird zu einer Existenz und erhöht sich auf die Ebene der Erfüllung, auf der sie bis zum Tage des Jüngsten Gerichts auf seine Art wie folgt fleht: „Oh mein Schöpfer, Dein Geschöpf hat Dich durch mich lobpreist und sich Dir zugewandt. Erweise Deinem Geschöpf Deine Barmherzigkeit.“ Daraufhin erwidert der Allmächtige „Sei du Zeuge darüber, dass Mein Geschöpf Mich lobpreist und sich an Mich wendet. Ich werde ihm die Ehre mit Meinem Paradies und Meiner Schönheit erweisen.“ Gewiss kehrt unser Schöpfer nicht  von Seinem Versprechen ab. Er  verkündet „Allah bricht nicht, was Er versprochen hat; Allah hält ein, was Er verheißt.“ (Sure 30 Vers 6; Sure 3 Vers 9; Sure 39 Vers 20; Sure 13 Vers 31)

Der Himmel und die Erde sind Freunde der Dhikr-Anhänger. Alles Sein verspürt mit den Dhikr-Anhängern Freude. Sobald ein fehlgeleiteter Mensch stirbt,  freuen sich Himmel, Erde und Orte, an denen dieser sich befand. „O mein Schöpfer, Du hast diesen Leugnenden von mir genommen. Ich fühlte mich belästigt und war traurig, dass er auf mir lief, weil er Deine Gaben nutzte, Dir jedoch nicht dankte. Wie gut, dass Du uns von ihm befreit hast.“ Sobald jemand von den Gefolgsleuten des bezeugenden Glaubens und des Dhikrs stirbt, trauern sein Haus, sein Gebetsplatz und alle Orte an denen er saß und stand in ihrer Art und Weise „O unser Schöpfer, mit Deinem Dich lobpreisenden Geschöpf verspürten wir Glück.“

Selbst das Wasser, das Dhikr-Anhänger trinken, betet für sie. Berge und Täler beteiligen sich an ihrem Dhikr. In der Tat lobpreist jede Existenz den Schöpfer auf seine Art. Allah offenbart „Ihn preisen die sieben Himmel und die Erde, und wer in ihnen ist. Es gibt nichts, was Ihn nicht lobpreist; ihr aber versteht ihr Preisen nicht. Gewiss, Er ist Nachsichtig und Allvergebend.“ (Sure 17 Vers 44) Es gibt keine Existenz, die das Dhikr nicht vollziehe.  

Da in dieser Tariqa der Beitrag vieler Tariqas existiert und die Tariqa Qadriyya Muhammediyya auf diese Weise zu einem Ozean der Erkenntnisse wurde, dürfen sowohl das offenkundige bzw. laute, als auch das verdeckte bzw. stille Dhikr vollzogen werden.  

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