Es gibt sowohl den Tod als auch den Schaitan auf dieser Welt





Esselamun Alaikum verehrte Gemeinde,
einer von Efendi Babas Sufis ist gestern verstorben. Das Herz wollte bei der Beerdigung dabei sein, aber wegen den Winterbedingungen kam es nicht dazu.

Nachdem ich heute angekommen war, bin ich mit den Sufis direkt zum Friedhof gekommen.
Wir haben getrauert. Nun lege ich noch einen weiteren Haufen drauf und stehe vor euch. Auf meinem Weg traf ich einen alten Mann. Wir setzten uns und plauderten eine Weile. Ich sagte: „Alter Mann, du hast ein Leben gelebt. Du bist älter geworden. Denkst du gar an den Tod? Einer von unseren Sufis ist gestern verstorben. Möge Allah barmherzig mit ihm sein. Kanntest du ihn? Hattet ihr eine Beziehung zueinander?
Er erwiderte: ,,Ich kenne ihn seit meiner Kindheit – schon seit 70 Jahren.´´ Anschließend fragte ich ihn: ,,Wo ist er jetzt? Weißt du in welcher Situation er ist?´´
Er schwieg und gab kein Geräusch von sich. So habe ich wieder einmal verstanden, dass der Nafs nicht genug von der Welt bekommen kann. Selbst wenn die Menschheit eintausend Jahre wie Adam (a.s.) leben würde, würde er die Welt mit offenen Augen verlassen. Wenn jemand aus der Gemeinde stirbt, beerdigen wir ihn schnell auf dem Friedhof am Hang. Gemäß göttlicher Bestimmung, dem Schicksal entsprechend werden auch wir dorthin kommen. Mehr als dies gibt es auf dieser Welt nicht.
Es gibt den Tod auf dieser Erde. Ihr werdet den Tod nicht vergessen. Ihr werdet den Tod morgens und abends nicht vergessen.

Wann immer jemand in das Weltliche eintauchte, sagte der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihm: „Geh und besuche den Friedhof.´´ Der Friedhof erinnert den Menschen an den Tod, an das Jenseits und lässt ihn eine Lehre für das Jenseits ziehen. Geh und zieh eine Lehre daraus.

Geh und schau zu den Verstorbenen. Schau dir die Toten an! O Muslime, diejenigen in den Gräbern sind nun aufgewacht und haben die Wahrheit gesehen.
Für die einen wurde das Grab ein Garten der Gärten des Paradieses und für die anderen wurde das Grab -Hafizan Allah- zu einer Grube der Gruben der Hölle.
Was würde uns der Friedhof nur in der Zustandssprache (Lisân-ı Hâl) erzählen, wenn wir jetzt zu ihm gehen würden. Wir können aber diesen Zustand und die Geschehnisse nicht mitkriegen, weil unsere Wahrnehmung es nicht verkraften würde.

Nach der Schlacht von Badr drehte sich der Prophet, Frieden und Segen auf ihm, zu den Leichen der Anführer von den Quraisch, die auf dem Boden lagen, und rief: ,,Habt ihr verstanden, dass die Strafe, die euch euer Herr versprochen hat, wahr ist?´´ Umar ibn al-Chattāb (r.a.) fragte: ,,O Gesandter Allahs! Sprechen Sie zu diesen Toten, zu diesen Leichen?´´ Der Gesandte Allahs sagte darauf: „Ihr hört nicht mehr als sie. Aber sie können nicht antworten.´´

O Gemeinschaft, wallahi wir sind sehr schwache Menschen. Schaut nicht darauf, dass ich hier sitze und euch eine Suhba gebe. Schaut nicht darauf, dass wir stark und mächtig erscheinen. Wir sind sehr hilflose, machtlose und kraftlose Menschen. Wenn wir krank werden, uns mit einem kleinen Mikroben anstecken, gehen wir von Arzt zu Arzt.

Manchmal finden wir Heilung und manchmal können wir sie nicht finden. Wenn wir einen unserer Verwandten verlieren, wenn uns ein kleines Unglück passiert, fangen wir an zu weinen und Schmerz zu empfinden.

Beeinflusst davon wenden wir uns drei Tage Allah zu, zeigen Reue wegen unseren Sünden, die wir begangen haben und achten auf das Verrichten von guten Taten.
Aber am vierten Tag umgibt uns wieder die Dunya und wir geben die Seile in die Hand des Nafs.

Werte Muslime, jetzt frage ich die Gemeinschaft: Was ist passiert? Warum verlasst ihr die Gemeinschaft? Im Islam ist die Gemeinschaft die Basis. Wer sich von der Herde trennt, wird vom Wolf gefasst.

Sie sagen: ,,Mein Hodscha, der Schaitan verlässt uns nicht.´´ Hat denn der Schaian ein Seil in seiner Hand, damit er dich binden kann? Selbst wenn er ein Seil in der Hand hat, hat Allah dir ein Messer gegeben, um dieses Seil zu schneiden.

Wenn es seine Einflüsterung gibt, gibt es Allah, bei dem man sichere Zuflucht findet. Bist du denn von der Fitna und der Falle des Schaitans geflüchtet? Hast du denn Zuflucht bei Allah gesucht, bist aber vor der Tür gelassen worden? Nein.
Im Gegenteil: Der Weg, den Schaitan dir gezeigt hat, gefiel deinem Nafs.

Er kam dir schön und anziehend vor. Das Gift legt er in die Zuckerschale und lässt es dich schlucken.

Lasst uns nun bei dieser Gelegenheit euren größten Feind, diesen Schaitan, etwas kennenlernen. Sheikhul Ekber Muhiddini Arabi erzählt uns die folgende Angelegenheit zwischen den Gefährten von Allahs Gesandtem und dem Iblis -Melunu Lane-.

Muaz b. Jebel (r.a.) berichtet nach einer Überlieferung von Ibn-i Abbas (r.a.):

Eines Tages waren wir mit dem Gesandten Allahs (Frieden und Segen auf ihm). Wir waren in der Wohnung von einen der Ansars (r.a.) versammelt… Unsere Gemeinschaft war vollständig und wir unterhielten uns.

Währenddessen, haben wir von draußen eine Stimme gehört, die sagte:

Wir hörten eine Stimme von außen:
,,O diejenigen, die drinnen sind! Würdet ihr mir erlauben einzutreten? Es geht um eine Angelegenheit mit euch.´´

Daraufhin begannen alle, das Gesicht des Gesandten Allahs (Frieden und Segen auf ihm) zu betrachten. Er war der Große dort und auch überall sonst. Wenn eine Erlaubnis kommen würde, dann würde sie von ihm kommen.

Der Gesandte Allahs erkannte die Situation und sagte zu uns:

,,Kennt ihr den Besitzer dieser Stimme?´´

Wir sagten: ,,Allah und sein Gesandter wissen es am besten.´´

Daraufhin sagte der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm):

„Es ist Schaitan der Verfluchte. Möge Allah ihn verdammen!´´

Als Umar (r.a.) dies hörte, sagte er:

,,O Gesandter Allahs! Erlauben Sie mir, ihn zu töten.´´

Der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihm, erlaubte es ihm nicht und sprach:

«O Umar! Weißt du nicht, dass er die Erlaubnis hat, bis zu einer bestimmten Zeit zu leben? Denke nicht nicht daran, ihn zu töten. » Dann wies er uns an:

,,Öffnet die Tür und lasst ihn rein. Er ist nicht von selbst gekommen. Auf Allahs Befehl ist er gekommen. Versucht zu verstehen, was er sagen wird. Hört genau zu, was er euch erzählen wird.´´

Der Erzähler erzählt, was danach geschah, wie folgt:

„Sie öffneten die Tür und er erschien vor uns als alter Mann mit schielenden Augen. Er hatte sehr wenig Bart. An seinem Kinn hingen nur sechs oder sieben lange Haare, die wie Pferdehaare aussahen. Er hatte einen sehr großen Kopf, Augen nahe der Oberseite seines Kopfes. Sein Kopf war wie der Kopf eines großen Elefanten. Er hatte große, dicke, hängende Lippen wie die eines Wasserbüffels. Dann begrüßte er wie folgt:

,,O Muhammad! Friede sei mit dir! O Versammlung der Muslime! Friede sei mit euch! ´´

Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) antwortete auf seinen Gruß wie folgt:

,,O Lâin (Verdammter)! Der Selam ist von Allah. ´´

Dann setzte er fort:

„Ich habe gehört, du bist wegen einer Angelegenheit hier. Um welche Angelegenheit geht es?´´

Schaitan erwiderte:

„Ich bin nicht hierher gekommen, weil ich es wollte, sondern ich bin dazu verpflichtet worden.“

Der Gesandte Allahs fragte:

„Was ist das für eine Verpflichtung?“

Schaitan entgegnete:
,,Ein Engel kam von deinem Herrn dem Ehrwürdigen, und sagte:

„Allah befiehlt dir, zu Muhammad zu gehen. Aber du wirst in einem demütigen und erniedrigten Zustand zu ihm gehen. Du wirst unterwürfig und fügsam sein. Du wirst ihm sagen, wie du die Söhne Adams verführst und irreführst. Du wirst alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten, ohne eine einzige Lüge.´´
Dann sprach Allah:
„Wenn du auch nur eine Lüge erzählst, werde ich dich in Asche verwandeln und der Wind wird dich verwehen… Ich werde dich vor deinen Feinden demütigen. “

„O Muhammad! So ist es. Ich bin auf diesen Befehl zu dir gekommen. Frag mich, was du möchtest. Wenn ich deine Fragen nicht richtig beantworte, werden sich meine Feinde über mich lustig machen. Es gibt nichts Schwierigeres, als vor meinen Feinden gedemütigt zu werden.“

Hiernach fragte der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm):
«Da du die Wahrheit sagen wirst, sage mir: Wen verabscheust du am meisten unter Menschen?»

Schaitan gab diese Antwort:

,,Dich o Muhammed… Es gibt niemanden in der ganzen Schöpfung, den ich mehr verabscheue als dich. Wer kann so sein wie du? ´´

Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) fragte:

«Wen verabscheust du außer mir noch?»

Schaitan antwortete:

„Den gottesfürchtigen Jungen, der seine Existenz für Allahs Weg nutzt.“

Danach wurde das Gespräch in Form von Fragen und Antworten fortgesetzt. Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) fragte und Schaitan antwortete:

– „Wen magst du sonst noch nicht?“

– „Den geduldigen Gelehrten, der zweifelhafte Dinge vermeidet.“

– „Dann?“

– „Die arme Person, die geduldig ist, niemandem von ihrer Bedürftigkeit erzählt… sich über ihren Zustand nicht beschwert.“

– „Dann wen?“

– „Die reiche Person, die Allah dankt.“

Dann wechselte der Gesandte Allahs das Thema und stellte eine andere Frage:
– „Was passiert mit dir, wenn meine Ummah Gebete verrichtet?““O Muhammad! Ich zittere als hätte ich Schüttelfrost wegen Malaria.“

– „O Lâin! Warum wirst du so?“

– „Denn wenn sich ein Diener vor Allah niederwirft, wird sein Rang um eine Stufe erhöht.“

– „Was passiert mit dir, wenn sie fasten?“

– „Ich habe meine Hände und Füße gebunden, bis sie ihr Fasten brechen.“

– „Was passiert mit dir, wenn sie Hadsch-Pilgerfahrt verrichten?“

– „Dann verliere ich den Verstand und werde verrückt.“

– „Was passiert mit dir, wenn sie den Koran rezitieren?“

– „Ich schmelze wie Blei, das sich im Feuer in heiße Flüssigkeit verwandelt.“

– „Was passiert mit dir, wenn sie Sadaqah geben?“

– „Dann geht es mir schrecklich schlecht. Es ist so als würde der Spender eine Kettensäge nehmen und mich in zwei Teile zersägen.“

Danach stellte der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) ihm Fragen über seine Gefährten.
Nachdem der Gesandte Allahs die obigen Fragen gestellt und diese vom Schaitan beantwortet wurden, sagte er:
„Lob sei Allah, der meiner Ummah Glück verlieh und dich für eine bestimmte Zeit zum Unseligen machte.“
Als der Lâin diesen Satz des Propheten hörte, sagte er:
„O, ach… Wo ist das Glück der Ummah? Wie kannst du fühlen, dass es Sicherheit für sie gibt, solange ich existiere?
Ich betrete ihre Adern, ihr Fleisch, und sie können mich nicht einmal ahnen, geschweige denn sehen oder fühlen. Ich schwöre bei Allah, der mir bis zum Tag des Jüngsten Gerichts Zeit gegeben hat, dass ich sie alle verführe. Die Intelligenten und Törichten, die Gelehrten sowie die Unwissenden, die Frommen und die Sünder. Niemand wird vor mir sicher sein außer den wahren Dienern Allahs.“

Daraufhin fragte der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm):
«Wer sind deiner Meinung nach die wahren, aufrichtigen Diener Allahs?»

Auf diese Frage gab Iblis die Antwort:
„O Muhammad! Weißt du nicht, dass jeder, der sein Geld und sein Eigentum liebt, kein aufrichtiger Diener Allahs ist? Immer wenn ich jemanden sehe, der sein Geld und sein Eigentum nicht liebt und nicht gerne gelobt wird, weiß ich, dass er ein aufrichtiger Diener ist. Ich renne vor ihm weg.
Eine Person, die Reichtum liebt, es liebt gelobt zu werden und an irdischen Wünschen festhält, ist diejenige, die mir am meisten gehorcht.
Weißt du nicht, dass die Liebe zum Vermögen die größte Sünde ist? O Muhammad! Weißt du nicht, dass die Liebe, ein Führer zu sein, zu den größten Sünden gehört?´´

Danach begann Iblis, die Geschichte eines Abids zu erzählen, den er verführt hatte:

„O Muhammad! Weißt du nicht, dass Barsisi der Abid, Allah siebzig Jahre lang aufrichtig anbetete? Infolge seiner Anbetungen erhielt er einen solchen Zustand, dass sich kranke Menschen erholten, wenn er für sie betete. Ich bin ihm immer gefolgt… Er hat Zina (außerehelicher Geschlechtsverkehr) begangen und ist zu einem Mörder geworden. Am Ende wurde er ein Ungläubiger. Er ist die Person, über den Allah in seinem edlen Buch sagt:
,,Es ist wie das Gleichnis des Schaitans, wenn er zum Menschen sagt: „Sei ungläubig.“ Wenn er dann ungläubig geworden ist, sagt er: „Gewiß, ich bin unschuldig an dir. Gewiß, ich fürchte Allah, den Herrn der Weltenbewohner.´´ (Sure Hasr, Vers 16)

Danach erwähnte Iblis einige schlechte Eigenschaften. Er erzählte, wie er von jedem von ihnen profitierte…..

,,O Muhammad! Weißt du nicht, dass das Lügen von mir ist und ich der erste Lügner bin? Wer lügt… ist mein bester Freund. Wer einen Meineid schwört, ist mein Geliebter.
O Muhammad! Weißt du nicht, dass ich mit dem Namen Allahs geschworen habe und damit Adam und Eva angelogen habe? Ich sagte: ,,Wahrlich, ich berate euch aufrichtig…´´ Ich mache es, weil Meineid die Unterhaltung meines Herzens ist.
Wenn wir zum Thema Klatsch und Lästern kommen…Sie sind meine Früchte und mein Fest.
Wann immer er zum Gebet aufstehen will, halte ich ihn und flüstere ihm ein.
Ich sage:
,,Du hast noch Zeit. Du bist beschäftigt. Kümmere dich jetzt um deine Arbeit. Du kannst das Gebet später verrichten.´´ So verrichtet er das Gebet nach seiner festgelegten Zeit. Daher wird ihm sein Gebet ins Gesicht geworfen. Wenn diese Person mich überwindet, sende ich ihm einen menschlichen Schaitan. Auf diese Weise wird dieser ihn daran hindern innerhalb der festgelegten Zeitspanne zu beten. Wenn er mich auch hierbei überwindet, versuche ich ihn im Gebet zu täuschen. … ´´

Danach sprach Schaitan weiter:

„O Muhammed, ich habe keine Möglichkeit, jemanden auf den Irrweg zu ziehen. Ich mache nur Einflüsterungen und zeige etwas als schön. Das ist alles! Wenn ich die Möglichkeit hätte, auf den Irrweg zu ziehen, würde ich jeden auf dieser Erde, der sagt: ,,Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist der Gesandte Allahs.´´, jeden der fastet und betet, in die Irre leiten.
So wie die Rechtleitung auch nicht von dir ist. Du bist nur der Gesandte Allahs und hast den Auftrag zu verkünden. Wenn die Rechtleitung in deiner Hand wäre, würdest du keinen einzigen auf Erden ungläubig bleiben lassen.

Du bist ein Beweis Allahs für sein Volk. … Und ich bin ein Grund für diejenigen, die in der Ewigkeit als Unselig geschrieben wurden. Derjenige der selig ist, ist bereits im Leib der Mutter selig und derjenige, der unselig ist, ist bereits im Leib der Mutter unselig.
Es ist Allah, der die Leute der Glückseligkeit macht und es ist Allah, der die Leute der Unseligkeit macht.
Danach las der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) die folgenden zwei Verse:
,,Doch sie wollten nicht davon ablassen, uneins zu sein. Ausgenommen davon sind jene, derer dein Herr Sich erbarmt hat…Und das Wort deines Herrn ist ein Schicksal, das in Erfüllung geht.´´
(Sure Hud, Verse 118-119)

Und Iblis vervollständigte seine Sätze wie folgt:

„O Gesandter Allahs. Allah, der dich zum Herrn der Propheten gemacht hat, der dich zum Herrn des Paradiesvolkes gemacht hat, der dich unter seinem Volk erwählt und dich zu einem Favoriten unter seinem Volk gemacht hat und Allah der mich zum Herrn der Unseligen gemacht hat, mich zum Herrn des Volkes der Hölle gemacht hat, ist fern von allen unvollständigen Eigenschaften.´´

Nun, meine werten Geschwister, die Überlieferung ist lang. Die Tricks und Fallen des Schaitans sind viel. Das haben wir gelernt. Das wir aber nicht schutzlos sind, haben wir nun auch gelernt.

Ein vernünftiger Muslim wird also zuerst bei seiner eigenen Triebseele (Nafs) nach Fehlern suchen. Er wird ihn in sich selbst suchen. Das geht nicht, dass man Schaitan für seine Sünde verantwortlich macht und sich herausredet. Selbst der Schaitan sucht Zuflucht bei Allah vor deinen Sünden.

Werte Muslime, Allahu Zul Jelal macht die Pilgerreise für einen Muslim zur Pflicht, wenn dieser die Kraft und die Mittel dazu hat. Die meisten Muslime pilgern mindestens einmal in ihrem Leben. Die Kaaba Beytullah ist das Symbol des Islam.
Es ist die Qiblah der Muslime. Eines der Pflichtrituale der Pilgerreise ist es, den Schaitan in Mina mit Steinen zu bewerfen. Der Zweck dort ist nicht, den Körper des Schaitans mit Steinen zu bewerfen, sondern seine Feindseligkeit nicht zu vergessen.
Der Zweck ist nicht, den Teufel an einem Tag mit Steinen zu bewerfen, sondern ihn jeden Tag als Muslim durch Dhikrullah -durch das Gedenken Allahs- zu schwächen, ihn jeden Tag schwach zu machen.
Allahu Zul Jalal sagt: ,,Elem a’had ileykum yâ benî âdeme en lâ ta’budûsch scheytân, innehu lekum adüwwun mubîn.´´(Sure Yasin, Vers 60)
Allah sagt, dass der Schaitan ein offenkundiger Feind ist. Wenn du also den Graben gegen den Feind verläßt, wird er dein Land, deine Heimat besetzen. Wenn du nicht jeden Tag Steine nach dem Schaitan wirfst, wird er wie ein Wolf, der im Hinterhalt ist, sein Loch verlassen und die Ordnung in deinem Leben durcheinander bringen. Der Weg des Schaitans, der Weg des Nafs, wird dir keinen anderen Gewinn bringen als Schaden und Verlust sowohl auf dieser Erde als auch im Jenseits.

Werte Geschwister, Allah mag keine eigensinnigen Menschen. Allah mag keinen rebellischen Diener. Das was wir tun, tun wir uns selbst an. Bei Allah, die Gebete, die ihr verrichtet, helfen mir nicht. Billahi, euer Dhikr nützt mir nichts. Was auch immer ihr tut, ihr tut es für euch selbst.

Der Mensch wird aufgrund jeder noch so kleinen guten Tat sehen, was er von Allah bekommt. Und wer eine noch so kleine schlechte Tat verrichtet, wird sehen, was er dafür von Allah bekommt. Estaizubiilah, ,,Femen ya’melu miskale zerretun hayran yerağ femen ya’mel miskale zerratin scherran yerag.´´

,,Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen. Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird es dann sehen.´´ (Sure Zalzala, Vers 7-8) Nach diesem Grundsatz wird die Rechnung beglichen.

Der Tag wird kommen, an dem man euch auf dem Leichentisch einwickeln und auf die Musalla (Ort, wo das rituelle Totengebet verrichtet wird) bringen wird. Sie werden euch dorthin bringen und begraben.

Seid nicht achtlos. Was auch immer eure Madhab, eure Mashrab, euer Weg ist, setzt euren Dhikr fort. Hört im Sitzen und beim Aufstehen nicht auf, mit eurer Zunge den Dhikr zu praktizieren. Seid viel mit Dhikr beschäftigt.

Mein Bruder, wer nicht mit der Zunge gedenkt, kann auch mit dem Herzen nicht gedenken.
Du vollziehst mit deiner Zunge den Dhikr, damit sich die Zunge daran gewöhnt. Die Zunge wird allmählich mit Allah sein. Etwa nicht?

Die jungen Leute verlieben sich in ein Mädchen. Ich sehe, dass sie Gedichte schreiben, eine Manie entwickeln. Ich hatte einen Freund in der Schule. Eines Tages brachte er mir ein dickes Heft. Ich fragte ihn: ,,Mein Junge, was ist das?´´
Er erwiderte: ,,Ich habe das dem Mädchen geschrieben, das ich liebe.´´
Es stellte sich heraus, dass er Gedichte geschrieben hat, die das Heft gefüllt haben – so etwas wie zum Beispiel ,,Ich liebe dich so und so…´´- weil ihre Augenbrauen schwarz, ihre Augen schwarz sind.
Nun gut, werte Geschwister, Allahu Zul Jelal gab dir Augen, Augenbrauen, Brot, Essen, Nachwuchs…

Dich gab es nicht. Er hat dich aus dem Nichts erschaffen, hat dir deine Sprache gegeben, Hände gegeben, Füße gegeben, uns so viel Segen gegeben, das wir es nicht zählen können. Du wurdest zu einem Menschen. Er hat uns aus Lehm erschaffen. Was wird später passieren? Unsere schwarzen Augenbrauen, unsere schwarzen Augen werden wieder Lehm sein. Werden sich unsere Körper etwa nicht mit der Erde vermischen?

Wird der Wind nicht über uns wehen und einen Teil unserer Erde fegen?

Wo sind nun diejenigen, die hier vor 300 Jahren, vor 500 Jahren gestorben sind?
Sie haben nicht einmal Gräber. Sie alle verwandelten sich in Staub und vermischten sich mit dem Fluss Vardar (Nordmazedonien).
Werte Geschwister, verlaßt nicht die Religion, den Glauben. Verlaßt nicht den Dhikrullah. Meine lieben Brüder, derjenige, der die Herzen kennt, sie verändert und wendet, ist Allahu Zul Jelal der Edle der Wahrhaftige.
Vielleicht werdet ihr mich täuschen. Und vielleicht werdet ihr auch viele Menschen um euch herum täuschen. Aber wallahi Allahu Zul Jelâl kann niemand täuschen. Niemand kann Allah täuschen. Die Gerechtigkeit Allahs irrt sich nicht. Ihre Waage ist unfehlbar. Was werden wir tun? Morgen werden wir gemeinsam vor Allah stehen. Wallahi, an diesem Tag kann niemand lügen, meine werten Geschwister. Deine Zunge wird von selbst sprechen. Dein Auge und dein Ohr werden von selbst sprechen. Deine Hand und dein Fuß werden sprechen. Dein Ohr wird sagen: ,,O Herr, ich habe deine Einladung gehört. Ich habe gehört und gehorcht.´´ Möge mein Herr uns von denen machen, die hören und gehorchen.

Möge mein Herr unser Ende gut machen. Möge mein Herr uns von seinem Weg, vom Sırât-i Müstakim, von der Ahl al-Bayt und vom Koran nicht trennen. Möge er uns von dem Weg seines Gesandten -der Sonne der zwei Welten- Muhammed Mustafa, Frieden und Segen auf ihm, nicht trennen. Das Leben auf der Erde ist vergänglich.

Wenn Allahu Zul Jelâl uns fragt ,,Kâle kem lebistum fîl ardı adede sinîn? Wie lange verweiltet ihr auf Erden? Wie lange habt ihr gelebt?´´ (Sure Muminun Vers 112), werden wir sagen, wie lange wir auf der Erde waren.
,,Kâlû lebisnâ yewmen ew ba’da yewmin.´´ (,,Wir verweilten einen Tag oder den Teil eines Tages.´´ Sure Muminun Vers 113)
Wir werden sagen, dass wir weniger als einen Tag, etwa so lange wie die Dauer der Kuschluk-Zeit verweilten oder so lange wie der Morgensitz und nicht mehr.

Macht dementsprechend eure Vorbereitung. Bereitet euch morgens und abends vor. Meine werten Geschwister, seid auf den Tod vorbereitet.

Du gehst jemanden nicht mit leeren Händen besuchen, weil es für dich beschämend ist. Denn wir haben unsere Sitte.
Du kaufst ein Dessert, ein kleines Geschenk und gehst dann damit besuchen. Richtig?

Nach diesem irdischen Leben gehen wir in Allahs ewige Stätte. Niemand kann mit leeren Händen dorthin gehen. Du gehst als Gast von Allahu Zul Celâl. Was wirst du dorthin bringen? Was werden wir morgen mit unseren Händen dorthin bringen?

Was werdet ihr dorthin bringen?

Geld? Vermögenswerte? Meine lieben Brüder, möge mein Herr uns zu einem seiner Diener machen, der berechnet und Buch führt.

Möge mein Herr unsere Nacht gut und gesegnet machen. Möge er sie zum Mittel für Gutes machen. Wir waren Schwierigkeiten ausgesetzt. Wir sind von Deutschland aus aufgebrochen. Ziel unseres Weges war Istanbul. Wir sind aber hierhin gekommen und sind hier geblieben. Das heißt, dass es die Bestimmung (Nasib) ist bis hierhin zu kommen.
Wir hatten also noch gemeinsam mit euch Brot zu essen und Wasser zu trinken.
Inschaallah macht auch ihr Dua. Möge mein Herr euren Weg öffnen und euch bei euren Tätigkeiten helfen. Lasst uns zu Efendi Baba gehen, um ihn zu sehen. Und macht auch ihr euer Dua.
Subhane rabbike rabbil izzeti amme yasifûn. Wesselatu wesselamu alel Mürselin. Welhamdülillahi Rabbil alemin. We alihim. Elhamdülillahirrabbil alemin el Fatiha.
18.12.2010 Makedonien

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