Veles (Köprülü), Mazedonien

Liebe Brüder und Schwestern,
der Religionsweg, der Weg des Islams ist auf zwei Säulen gebaut. Die erste ist der Koran, der das Buch Allahs ist. Und die zweite ist die Sunnah unseres Propheten, Frieden und Segen auf ihm.
Ohne einen Wegweiser, ohne einen Beweis macht man sich nicht auf den Weg. Wenn es Menschen gibt, die es dennoch machen, die sich nicht daran halten, dann werden diese keinen anderen Anteil als dieses weltliche Leben haben. Das Leben im Jenseits ist ein ewiges Leben. Es ist ein endloses Leben, dessen Segen niemals endet. Auf ein solches Leben haben nur Muslime, nur die Mümins das Recht. Und nur Menschen des Glaubens werden ins Paradies eintreten. Die Menschheit kann das Paradies nur mit dem Glauben (Iman) betreten. Wir werden unseren Glauben im Leben auf dieser Erde stärken, biizniillah. Wir werden unseren Glauben durch Gebet, Gehorsam, aufrichtige Taten und Dhikr stärken.

O Muslime:

Ihr wisst, dass wir an einer Sache festhalten. Wir sagen, dass wir Derwische sind und gehen umher. Im Stehen und im Sitzen machen wir Dhikr. Wir bilden Dhikr-Ringe, bewegen uns im Kreis, sagen ,,Allah´´ und ,,Lailaheillallah´´. Denn der Herr der Welten hat den Muslim, den Mümin in seinem Buch so beschrieben.
,,Sie gedenken Allahs im Stehen und im Sitzen und im Liegen auf ihren Seiten und denken über die Schöpfung der Himmel und der Erde nach. Und sie sagen: „Unser Herr, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen seist Du, hüte uns vor der Strafe des Feuers.“ ´´(Sure Ali-Imran, Vers 191)
Dies ist der Weg des Korans und der Sunnah. Der Muslim kann sich nicht dem Koran widersetzen. Er kann nicht in den Widerspruch zur Sunnah gehen.

Wir werden Allahs so gedenken, wie er es uns mitteilt, so wie er es uns sagt.

Allah, Zu’l Celâl sagt: ,,O meine Diener, erinnert euch viel an mich. Verherrlicht meinen Namen morgens und abends. Gedenkt!´´
,,Dhikren Qesira.´´
,,Gedenkt viel´´ sagt er.
,,Esteuzubillah Fezkurûnî ezkurkum veschkurû lî we lâ tekfurûn.´´ (Sure Bakara Vers 152) Sadakallahülazim.
,,Gedenkt meiner, so gedenke ich euer. Dankt mir. Seid nicht undankbar.´´ Das sagt er.

,,Esteüzubillah We iz teezzene rabbukum le in schekertum le ezîdennekum we le in kefertum inne azâbî le schedîd.´´(Sure Ibrahim, Vers 7)

Allah sagt: ,,Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch wahrlich mehr geben. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe fürwahr streng.´´

Muslime, Allah-u Zu’l Celal, sagt: ,,Gedenkt meiner viel. Dankt mir.´´ Wir sind verpflichtet, uns viel an Allah-u Zu’l Celâl zu erinnern, seiner viel zu gedenken. Denn so kommt der Glaube durch unseren Hals, unseren Kehlkopf, zu unserem Herzen und nimmt in unserem Herzen seinen Platz ein.

Möge er kommen, damit unsere Herzen gereinigt werden.
Mögen Fitna und Fasad Korruption beseitigt werden.
Möge die Begierde nach dem Weltlichen beseitigt werden.
Mögen Lügen und Riya beseitigt werden.
Möge der Neid beseitigt werden.
Möge die Zwietracht, wie viel davon auch in unseren Herzen vorhanden ist, beseitigt werden.
Mögen unsere Herzen sich mit dem Licht des Glaubens, mit dem Licht der Rechtleitung, mit Allahs und des Propheten Liebe gefüllt werden.

Werte Muslime,
In Mekka kamen Heiden zu unserem Propheten. Sie saßen neben dem Gesandten Allahs und hörten ihm zu. Dann gingen sie von ihm fort, trafen sich wieder untereinander und begingen lachend Anschuldigungen und Verleumdungen gegen ihn.
Es gab nichts was sie nicht über unseren Propheten schon gesagt haben.

Gott bewahre, sie sagten: ,,Er ist verrückt geworden.´´ ,,Er ist ein Zauberer.´´
Sie sprachen…. und sprachen über ihn.
Letztendlich rollten sie ins Höllenloch.

Meine werten Geschwister!
Aus diesem Grund sagt der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihm: „O Gläubige! Ich wurde gesandt, um das gute Verhalten zu vervollständigen.´´ (Hadith Ahmed b. Hanbel, 2/381)
Muslime! Man kann der Religion von jemandem, der schlechtes Benehmen hat, nicht vertrauen. Der Islam bedeutet gutes Benehmen! Er bedeutet Scham. Er bedeutet sich vor Allah zu schämen.
Tasawwuf bedeutet gutes Benehmen! Tariqa heißt Adab (respektvolles Verhalten)! Sein Anfang und sein Ende ist Adab.
Tariqa besteht aus gutem und respektvollem Verhalten.

Werte Muslime!
Deshalb sage ich euch: Gedenkt Allahs viel, gedenkt dessen viel.
Eine Zunge, die gedenkt, ein Herz, das dankt, ist ein Heilmittel für alle Arten von Krankheiten. Das Gedenken hält euch, biiznillah, von übler Nachrede, Lüge, Betrug und Abfall fern und zieht euch, den Frieden zur Seite und nimmt auf. Biizniillah, es nimmt dich beiseite.

Meine Geschwister,
die üble Nachrede (Ghiba) ist eine schlimme Krankheit. Sie zerfrisst den Glauben des Menschen. Der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihm, fragte:
,,Wisst ihr, was üble Nachrede ist?´´
Sie erwiderten: ,,Allah und sein Gesandter wissen es besser!´´
Dann führte er fort: „Wenn jemand von euch über seinen Bruder etwas in seiner Abwesenheit sagt, was ihm missfällt.“
Darauf sagte ein Mann, der dort anwesend war: ,,Und was, wenn er das an sich hat, was ich sagte?´´ Der Prophet entgegnete: „Wenn er das an sich hat, was du sagtest, so hast du für wahr üble Nachrede gemacht. Und falls er das nicht an sich hat, was du von ihm erzählt hast, so hast du ihn für wahr verleumdet.“

Der Prophet, Frieden und Segen auf ihm, sprach:
,,Hütet euch vor der üblen Nachrede! Denn sie enthält drei verheerende Dinge:
Wer üble Nachrede begeht, dessen Bittgebet wird nicht angenommen, dessen gute Werke werden nicht angenommen, dessen Sünden sammeln sich an.´´
O Muslime,
Allah’û Zu’l Celâl sagt diesbezüglich im Koran:
,,O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiß, manche Mutmaßung ist Sünde. Und sucht nicht andere auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Reue-Annehmend und sehr Barmherzig.´´ (Sure Hugurat, Vers 12)

Er sagt also: „Wer möchte das Fleisch eines toten Bruders essen? Diese Sache ist sehr giftig und schmutzig. Geratet weder mit euren Händen noch mit euren Zungen in diese schmutzige Sachen hinein.

Wenn wir Fehler, Sünden haben – dann kommt lasst uns Tauba (Reue) machen. Lasst uns ,,Esta-fi-rul-lah, Esta-fi-rul-lah.´´ sagen und Zuflucht bei Allah suchen. Lasst uns ihn um Vergebung bitten.

Möge mein Herr uns, diese Gemeinschaft von diesen Krankheiten reinigen. Möge er uns zu seinen Dienern machen. Möge er uns zur Ummah seines geliebten Muhammed Mustafa, Frieden und Segen auf ihm, machen.

Werte Geschwister! Der Weg der Tariqa ist ein Weg, bei dem die Hand mit einer Hand und das Herz mit einem Herz verbunden sind.

Auf diesem Weg gehen Hand, Zunge, Herz und Fuß in die gleiche Richtung.

Wer seine Hand mit einer Hand verbindet, zählt als jemand, der seine Hand mit Allah verbunden hat. Allah’û Zu’l Celâl, sagt -Esteuzubillah-: ,,İnnellezîne yubâyiûneke innemâ yubâyiûnallâh.´´ (Sure Fetih, Vers 10)

O mein Geliebter ,,Gewiß, diejenigen, die dir den Treueid leisten, leisten (in Wirklichkeit) nur Allah den Treueid.´´

Unser Prophet, Frieden und Segen auf ihm, machte die Gelehrten seiner Ummah zu seinen Erben. Ohne Zweifel sind die Gelehrten die Erben der Propheten. Er sagte: ,,Die Propheten haben weder Gold noch Silber hinterlassen. Sie haben nur das Wissen zurückgelassen. Wer das Wissen nimmt, hat was sehr wertvolles und großes erworben.´´

Und das andere ist die Nachkommenschaft des Propheten. Allah erwähnt die Ahl al-Beyt des Gesandten in seinem Buch. Unser Prophet, Frieden und Segen auf ihm, gab die frohe Botschaft: ,,Bis zum Tag des Gerichts wird es Seyyiden geben. Die Nachkommen des Gesandten Allahs wird bis zum Tag des Gerichts geben.´´

Sie sagten zum Prophten: ,,O Muhammad!
Deine Nachkommenschaft ist abgeschnitten. Schau! Deine Söhne sind verstorben. Deine Abstammung wird nicht fortbestehen.´´ Allah hat die Sure Kawsar des Korans herabgesandt und gesagt: ,,Wahrlich, dein Hasser ist es, dessen Nachkommenschaft abgeschnitten ist.´´ (Sure Kawsar, Vers 3)

Allah sagt: ,,(O mein Geliebter) wir haben dir die ,,Kawsar´´ gegeben. Die Gelehrten haben überliefert, dass mit ,,Kawsar´´ die Nachkommen des Propheten Muhammed, Frieden und Segen auf ihm, gemeint sind.

Der Gesandte Allahs, Frieden und Segen auf ihm, sagte:
,,Ich hinterlasse euch etwas. Wenn ihr daran festhält, werdet ihr nach mir keinesfalls irregehen. Das eine davon ist schwerwiegender als das andere.
Es ist das Buch Allahs, das sich wie ein Licht vom Himmel bis zur Erde erstreckt. Und es ist meine Ahl-ul-Bayt. Bis sie am Tage des Gerichts zu mir kommen, werden sich beide nicht voneinander trennen. Achtet darauf, wie ihr mir folgen werdet, was die beiden angeht.´´

O Muslime,

der Koran und die Seyyiden, die Nachkommen des Gesandten Allahs, werden am Tage des Gerichts gemeinsam zum Kawsar-Becken kommen. Und bis zu dem Zeitpunkt werden sie sich nicht voneinander trennen.

Werte Geschwister!
Geht aus diesen Gründen den Gelehrten nach. Kümmert euch um die Ahl al-Bayt. Geht ihnen hinter her. Hört auf ihren Rat. Biizniillah, werdet ihr es weder in der Welt noch am Tage der Auferstehung bereuen.
Haltet am Erbe des Gesandten Allahs. Haltet an der Religion, am Glauben. Es ist nicht so einfach, ein Muslim zu werden. Bis der Islam zu uns kommt, gibt es viel Schmerz, Blut, Tränen. O Muslime, der Weg des Glaubens, der Weg des Islams, ist ein Weg mit Leiden. Dies sind jetzt die Schulden, die wir haben.
Der Gesandte Allahs hat uns, seine Ahl al-Bayt, seinen Koran, seine Gelehrten, seine Ummah anvertraut.
Aus diesem Grund können wir nicht in die Fallen der Unbewussten, der Unachtsamen geraten. Denn die Angelegenheit des Mandanten und des Vertreters ist dieselbe. Der Weg des Mandanten und der des Vertreters sind gleich. Ein Muslim ist des Muslims Vertreter. Jeder von euch ist der Vertreter des Propheten. Nun sind wir hierher gekommen. Ein freudiger Zustand ist hier entstanden. Aber verlasst nach uns bloß nicht diese Versammlungen.

Inschaallah werden wir – wenn Allah uns die Möglichkeit dazu gibt – von Zeit zu Zeit an diese Orte kommen, gemeinsam mit euch Allahs gedenken und uns mit euch unterhalten. Inschaallah.

Meine Bitte an euch: Setzt diese Dergah hier fort. Macht weiter mit dem Dhikr Allahs in diesen Moscheen und Masjids. Lasst sie niemals einsam bleiben. Weil unser Können, unsere Kunst, unser Beruf ist ,,Allah´´, ,,La ilahe il-lal-lah.´´ zu sagen. Etwas anderes wissen wir nicht.

Der Gesandte Allahs wird morgen am Tage des Gerichts der Kläger derjenigen sein, die verlassen haben. Unser Prophet, Frieden und Segen auf ihm, sagte:
,,Ich werde mich bei Allah beschweren.´´
,,Meine Ummah hat den Koran verlassen.´´
,,Meine Ummah hat meinen Ahl al-Bayt verlassen.´´

Sind denn die Muslime nicht so geworden?
Werte und ehrwürdige Geschwister,
verlasst nicht!
Wer verlässt, wird verlassen. Verlasst nicht die Tür Allahs. Verlasst nicht den Weg der Awliya.
Das Leben der Welt kommt und geht. Im Leben in dieser Welt existiert ihr heute und seid morgen im Grab. Ich habe heute kurz den Friedhof der Stadt besucht. Ich schaute und sagte: ,,Wer waren die, die hier her kamen und von hier -von dieser Masjid- fortgingen? Wer waren die, die in diesen Straßen herumliefen? Wer hat hier gebetet? Wer hat in dieser Moschee vorgebetet (Imam)? Wo sind sie jetzt?´´
Wo sind diese Leute denn jetzt, werte Muslime?
Sie sind alle in den Gräbern auf dieser Seite des Hügels.
Bald werden auch wir durch die Tür des Grabes treten. Ich sage euch:
Lasst uns inschaallah zusammen gehen. Lasst uns zusammen hinter Pir Seyyid Abdulqâdir Geylâni (q.s.a.) stehen und mit ihm zum Gesandten Allahs, der Segen und Friede Allahs auf ihm, gehen. Inschaallah.

Wir glauben daran, dass die Gläubigen, die dem Weg der Awliya folgen, welche der Ahl al-Bayt gehorsam sind, am Tag des Gerichts Fürsprecher für sieben bis siebzig Menschen sein werden.

Biizniilah werden sie zu Fürsprechern für ihre Familien, Ehepartnern, Freunde, Müttern, Vätern, für diejenigen, die sie lieben.
Möge mein Herr uns nicht vom Koran, von der Sunnah, der Ahl al-Bayt, seinem Dhikrullah und seiner Liebe trennen.
Verzeiht mir, wenn ich euch Unrecht getan habe. Dieses Mal war unsere Zeit kurz.

Jetzt lasst uns hier einen Platz schaffen, damit wir auch den Dhikr und den Gruß der Berge und Steine hören. Auch sie sollen mit uns zusammen den Dhikr vollziehen. Erwachen wir aus der Unachtsamkeit und gedenken mit ihnen Allahs. Biiznillah
Subhane rabbike rabbil izzeti amma yesifun, we selamun alel murselin, wel hamdulillahirabbil alemin.

12.02.2009 Mazedonien

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