Was ist die Rabita-i-Sharif

Sowohl in der Vergangenheit als auch heute ist und war der Punkt, weswegen die Sufimeister von den Zahir-Gelehrten kritisiert wurden, die Rabita, die in den Tariqas von dem Murid zum Kamil-Murschid praktiziert wird.
Einige von ihnen haben die Rabita mit etwas in Verbindung gebracht, das sich zwischen Allah und dem Diener stellt.

Dies geschah, weil sie nicht wussten, was die Rabita ist oder die Bedeutungen und den Begriffe der Tariqas nicht verstehen konnten. Und einige Leute der Unachtsamkeit gingen so weit, dass sie diese Tat als Schirk bezeichneten.

Sie wollten die Wurzeln dieser Tat auf nicht-islamische Quellen zurückführen.

Sie warfen den Sufimeistern das Yoga in den abergläubischen Systemen des Ostens vor oder warfen ihnen vor:

– das Thema bezüglich des Mittels, das zu Gott führt

– das Teilen der Kraft Gottes durch das Glauben an den Vater und Sohn im Christentum

– der Glauben daran, dass die zum zielgesetzte und zu erreichende Wahrheit die Sufimeister selbst sind, so wie es bei Personen, die von Christen als Heilige verehrt werden

Der Islam lehnt diese Anschuldigungen vollkommen ab. Der Glaube an den Tawhid macht es notwendig mit einem festen Glauben zu bestätigen, dass Allah der Erschaffende aller Handlungen ist.

Im Islam wird der Awliya als ein Spiegel gesehen. So wie der Spiegel das Licht der Sonne reflektiert, sind die Dienerfreunde Allahs jene Spiegel, die die göttlichen Feyz (Licht, das den Nafs reinigt und die Seele nährt) reflektieren. Die Liebe zu Allahs Freunden ist die Tür zum vollkommenen Folgen vom Propheten, Frieden und Segen auf ihm.

Trotz der Tatsache, dass islamische Gelehrte viele Werke zusammengestellt, vollständige Erklärungen abgegeben und die notwendigen Ablehnungen vorgenommen haben, wurden diese Themen seit Jahrhunderten erhitzt und dem islamischen Volk serviert und werden auch weiterhin serviert werden. Der Grund hierfür ist entweder der Mangel an Vernunft und Verständnis oder die Absicht den Samen der Fitna in die Herzen der Talips des Wissens zu säen.

Bevor wir zu diesem Thema den Leuten der Unachtsamkeit oder den Orientalisten eine Antwort geben, werden wir darüber sprechen, wie die Rabita des Saliqs auf dem Weg des Sufismus zu verstehen und zu praktizieren ist.

Im Koran gibt es Wörter, die mit Rabita die gleiche Wurzel haben: Ribat, Murabata, Rabt-ı Kalb.
Und während Rabita auf Arabisch Verbindung, Interesse, Zusammenhang, Beziehung bedeutet, hat es im Sufismus die Bedeutung, dass der Saliq mit Liebe sein Herz mit dem Kamil-Murschid verbindet.

Der Mürid verbindet sein Herz mit ihm, stellt sich während der Abwesenheit des Sheikhs dessen schöne Antlitz, Erscheinungsbild und Seele vor. Er stellt sich vor, dass er sich bei seinem Sheikh befindet, der Sheikh als Person bei ihm ist und nimmt den Adab-Zustand (Edep) ein, den er in den Zeiten einnimmt, wenn er in der Gegenwart seines Sheikhs ist.

Es ist notwendig, dass die Saliqs in ihren Herzen die Liebe zu ihrem Murschid immer frisch halten.
Wenn es Mängel in dieser Liebe gibt, kann der Saliq auf dem Weg die Strecke nicht mit Appetit, Verlangen zurücklegen.

Die einzige Nahrung auf dieser langen Reise zwischen Nachahmung (Taklid) und Erkundung (Tahkik) ist Liebe. Der Versuch die rechtschaffenen Taten des Sheikhs und seine schönen Zustände nachzuahmen, ist der Adab (Edep), um hinter ihm gehen zu können.

Hier ist das endgültige Ziel der Seelenfrieden. Das bedeutetet, dass der Mürid die Ebene erreicht, auf der er sich stets bewusst ist, dass er in der Gegenwart Allahs ist. Dies ist nur mit einem starken Glauben möglich.

Und ein starker Glaube ist nur möglich, wenn der Saliq die Dunya und die Dinge die mit der Dunya zu tun haben, aus seinem Herzen entfernt und dieses Herz mit dem göttlichen Muhabbetullah gefüllt wird.

Allah sagt im Koran: ,,O die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Aufrichtigen. ´´ (Sure Tawba, Vers 119)

Was also für den Mürid in der Tariqa notwendig ist, ist sich den sichtbaren(zahir) schönen Akhlaq des Sheikhs anzueignen und in spiritueller Hinsicht die Seele des Sheikhs um Hilfe zu bitten, damit bei ihm die Zustände und Eigenschaften des Sheikhs zustande kommen.

So wie es im Hadith-i-Sharif ,,Еlmer´u maa men ehabbe.´´ (,,Man ist mit dem, den man liebt.´´, Buhârî, Adab, 96; Muslîm, Birr, 165) gesagt wird, stellt der Mürid auch in spiritueller Hinsicht das Zusammensein mit seinem Sheikh durch die Rabita her.

Abu Bakr Siddiq (r.a.) verhielt sich immer so, als würde er den Propheten vor sich sehen und richtete sein Leben nach ihm aus.
Er lebte stets so sehr im Zustand, als ob er den Propheten unmittelbar vor sich sehen und fortdauernd mit ihm zusammensein würde, dass er selbst dann, wenn
er sich in sein Bett legte, seine Füße nicht ausstrecken konnte.

Pir Abdulqadir Jilani (q.s.a.) sagt zu diesem Thema:
,,Der Derwisch hat mit seinem Herzen eine Verbindung (Rabita) zu den Awliya. Aufgrund dieser Rabita profitiert er spirituell von ihnen.´´
(Suhrewerdî, Awârifu’l-Meârif, Kapitel: Adab Mürîd-Scheyh] Nûru’l-Hidâye: 55)

Unser Sheikh Murschid Efendi Baba (q.s.a.) erklärt uns die Rabita wie folgt:

– Das Licht vom Nur-i Muhammediye, das in die Freunde Allahs eindringt, füllt das Herz des Murschids und fließt von dort zu den Herzen der Mürids. In der Tarikat-i Aliye geht das Licht, das in das Herz des Murschids kommt, in das Herz des Mürids über. Durch dieses Licht, das in das Herz des Mürids gelangt ist, wird dem Mürid das Tor der Eingebung (Ilham), das Tor des wahrhaftigen Traums (Mubesch-Scherât) und das Tor des Scharfsinns (Feraset) geöffnet. Um diese Licht-Toren zu öffnen, hält der Mürid zunächst die Hand des Sheikhs und verspricht ihm die Treue und Loyalität (Bayat). Er verbindet sein Herz mit dem Herzen des Sheikhs, praktiziert die Rabita.

– Es gibt einen Weg vom Herzen zum Herzen. Das Ziel des Rabitas ist es, die Feyz, die von Herzen zu Herzen kommen, zu nutzen und im Herzen die Türen der Eingebung (Ilham) durch das Licht, das vom Gesandten Allahs ausgeht und bis zum Herzen des Mürids gelangt, zu öffnen.
Wir können dies anhand des folgenden Beispiels erklären:

Babys sind im Mutterleib über eine Nabelschnur mit ihren Müttern verbunden. Dank dieser Bindung profitiert das Kind vom Essen und Trinken seiner Mutter.

Wenn aus einem Grund diese Bindung bricht oder ihre Funktion verliert, stirbt das Kind im Mutterleib. Das Kind wird durch diese Bindung genährt und entwickelt. Dann kommt es schließlich auf die Welt. Die Rabita ist hier wie die Nabelschnur. Bis der Mürid herangereift ist, gehen alle Zustände des Sheikhs wie Feyz, Liebe und Zuneigung durch die Rabita auf den Mürid über. So erlangt der Mürid die Reife und bekommt die Eingebung (Ilham).

Rabita-i Sharîf auf unserem Weg

Unsere Geschwister, die mit Hadrath Seyyid Muhammed Efendi Baba (q.s.a.) verbunden sind, praktizieren regelmäßig jeden Tag die Rabita. Die Rabita zum Sheikh wird wie folgt ausgeführt: Ein Sufi, der den Fußstapfen von Allahs Freunden folgt, wendet sich im Zustand der rituellen Reinheit zur Qibla und rezitiert die folgenden Dhikrs:

  1. 100 Mal „Estağfirullah“. Am Ende: „Estağfirullah el-Azîm el-Kerim ellezî lâ ilahê illâ Hû el-Hayye’l-Qayyume we etûbu ileyh.
  2. 11 mal Salawat-i Sharîf (Allahumme salli ala Muhammedin we alâ Alihî we Sahbihî ve Sellim.)
  3. 20 Mal Besmele-i Sharîf (Bismillahirrahmânirrahim)
  4. 1 Mal Sure Fatiha
  5. 3 Mal Sure İhlas

Nach diesem Dhikr sagt er: „Destur o mein Sheikh Efendi Baba“. Er nimmt spirituell die Erlaubnis und schließt die Augen.
Der Sufi, der sich spirituell in der Gegenwart von Efendi Baba fühlt, imaginiert seinen Sheikh auf folgende Weise:
Das Licht (Nuur) von Seyyid Efendi Baba ist wie ein Brunnen. Der Sufi ist eine Wasserschüssel dieses Brunnens. So wie das Wasser, das im Brunnen fließt, die Schüssel füllt, taucht das Licht, das von Efendi Baba hervorgeht, den Mürid in das Licht Allahs ein.
Das Licht von Seyyid Muhammed Efendi Baba ist wie ein Zelt. Und der Sufi ist wie eine Person, die in diesem Zelt sitzt. So wie ein Zelt das, was in ihm ist, umgibt, umgibt das Licht von Hadrath Seyyid den Mürid.

Das Licht von Seyyid Muhammed Efendi Baba ist wie ein Filzmantel, der angezogen und getragen wird.
So wie der Filzmantel die Person, die ihn trägt, umfasst, umfasst das Licht von Hadrath Seyyid fest den Mürid.

Das Licht von Seyyid Muhammed Efendi Baba (q.s.a.) ist wie ein Meer und der Sufi ist ein Tropfen, der in dieses Meer fällt. So wie die Tropfen im Meer verschwinden, verliert sich der Mürid in dem Licht des Hadrath Efendi Baba.
Der Mürid bemüht sich, in diesem spirituellen Zustand mindestens fünf Minuten lang zu bleiben.
So lange die Rabita bei ihm keine Langeweile auslöst, sollte er versuchen seine Rabita so lange wie es geht zu verlängern.
Denn die Rabita wird die Bindung des Mürids an den Sheikh stärken und den Wert einer Person, die die Rabita verrichtet, neben den Awliya erhöhen.
Wenn der Mürid seine Rabita beenden möchte, sollte er spirituell um Erlaubnis bitten, indem er „Destur Yâ Efendi Baba“ sagt, sein Gesicht zuerst nach rechts dreht und „As-Salamum alaykum ve rahmetullah“ sagt und anschließend nach links dreht, erneut „As-Salamum alaykum ve rahmetullah“ sagt und damit in beide Richtungen grüßt.
Nach der Rabıta sollte der Mürid 1 Mal die Sure Fatiha und 3 Mal die Sure Ihlas zusammen mit der Basmala Sharif (,,Bismil-Lahir-Rahmanir-Rahim´´) rezitieren.
Anschließend sagt er ,,Subhâne rabbike rabbi’l-izzeti ammâ yesifûn ve selâmun ale’l-murselîn ve’l-hamdülillâhi rabbi’l-âlemîn´´ und macht Dua.
Den Lohn aus dieser Koranrezitation sollte er der Seele unseres Propheten, Frieden und Segen auf ihm, und den Seelen von allen Ahlullahs, die in der Qadiriyya Tariqa bis Seyyid Muhammed Efendi Baba gedient haben, senden.
Bis der Sufi die Stufe „Fenâ Fi’sh-Sheikh“ gefunden hat, führt er seine Rabita aus.

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