Was ist eine Tariqa

Tasawwuf ist ein Erbe der offenbaren (zahiri) und verborgenen (batini) Schönheit unseres Propheten Muhammed (sas) an seine Gemeinschaft [Anm. der Übersetzerin: hierbei sind alle Menschen mit eingeschlossen]. Der Gesandte Allahs verkündet wie folgt:

„Propheten hinterlassen weder ein Dirham, noch ein Dinar als Erbe. Die Wissenslehre (Ilim) jedoch ist ihr Erbe.“ (siehe Ebu Dâvud, Ilm 1; Tirmizî, Ilm 19; Ibn-i Mâce (H. No. 227); Dârimî (H. No. 348); Müsned-i Imâm Ahmed (H. No. 21336).)

“Hohe Gelehrte (Alim) sind die Erbfolger der Propheten.” (siehe Buharî, ilim, 10; Ebû Davud, ilim, 3.)

„Das schönste Erbe, welches ein Vater seinem Sohn hinterlassen kann, ist ein guter Charakter (Ahlaq).“ (siehe Tirmizî, IV, 337.)

Der Sufismus wurde, wie die anderen islamischen Lehren, zunächst systematisch geordnet und im Nachhinein institutionalisiert. Durch die Tariqas (Sufi-Orden) konnte der institutionalisierte Sufismus die Bevölkerung auf eine methodische Weise erreichen. Tariqas beinhalten die Bestrebungen der Menschen, ihr Leben nach einem Murshid-i Kamil (Sufiordensführer und ermächtigter Großmeister, der die Stufe der Vollkommenheit erreicht hat), der einen an Gott erinnert und den Weg des Propheten Muhammed weiterführt, auszurichten.

Die erstmals erschienenen Tariqas waren zu der Zeit der Tabiun (Gefährtennachfolger, die mindestens einen Gefährten des Propheten Muhammed gesehen haben) und der Taba-i Tabiun (Die Generation, die mindestens einen Tabiun gesehen hat) anzutreffen. Im Anschluss dieser Zeit hat der Sufismus mittels der Tariqas präzisere Formen und Handlungen angenommen und ist zu einer Ganzheit geworden. Von dem Tag an, an dem Tariqas entstanden sind, waren sie in dem islamischen Gebieten rasch verbreitet und besaßen durch ihre Gemäßigtheit und Hervorhebung der Liebe eine wichtige Funktion bei der Verbreitung des Islams. Tariqas, die in der islamischen Gesellschaft auf Akzeptanz stoßen, sind folgende: Qadiriyya, Mevleviyye, Naqshbandiyya, Ebhariyya, Rifaiyya, Tayfuriyya, Shazeliyya, Suhraverdiyya, Sa’diyya, Melamiyya Medyeniyya, Halwatiyya, Shamsiyya, Djamaliyya, Ahmediyye, Rushaniyya, Edhamiyya, Desukiyya, Tschischtiyya (Cistiyya), Cuneydiyya, Celvetiyya, Bayramiyya, Badawiyya u.a.

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